Virtuelle Fahrt nach Schongau

Samstag, 19.07.2003, 09:50, München Hauptbahnhof

Der Kinderland-Integral beginnt mit ca. 15 Minuten Verspätung wegen einer defekten Tür seine Fahrt als DFR 83316 nach Schongau über die Fuchstalbahn, um die Fahrgäste nach Landsberg zum Ruethenfest zu bringen. Nach einem Halt in Pasing geht es zügig weiter nach Geltendorf, wo der Zug bereits vom Blasorchester Geltendorf empfangen wird, welches uns auf der Fahrt bis Schongau weiter begleiten wird. Nachdem die Getränke eingeladen sind und die Überholung durch den Kleber-Express abgewartet wurde, geht es weiter nach Kaufering.

Eine ausführliche Beschreibung der Strecke München – Kaufering ( – Lindau) gibt es hier:
http://www.kbs970.de

Der Lokführer der Bayerischen Oberlandbahn wechselt schnell den Führerstand, und schon fährt der Zug wieder aus dem Bahnhof aus. Nach den Weichen des Bahnhofes Kaufering und Überquerung der B17 lassen wir die Hauptstrecke von und nach München links liegen und fahren durch eine langgezogene Kurve auf einem Bahndamm in Richtung Süden. Rechts aus dem Fenster blickend ist schon das Industrie- und Gewerbegebiet von Landsberg zu sehen. Nun jedoch verschwindet die Strecke im Wald, der mit Überquerung der A96 wieder endet. Die Strecke führt durch das Stadtgebiet von Landsberg, und führt links an der Landsberger McDonalds-Filiale vorbei. Diese Tatsache ist erwähnenswert, weil es angedacht ist, hier evtl. einen Haltepunkt, nämlich Deutschlands erste „McTrain-Station“ zu eröffnen. Wobei es ja Lokführer-Anekdoten gibt, dass den Schaffner des letzten Zuges in der Nacht einmal der Hunger plagte, und dieser mit dem Lokführer kurzerhand anhielt und sich mit FastFood eindeckte 😉

Die Strecke führt weiter in einem Einschnitt, und etwa auf Höhe des Einfahrsignals von Landsberg wird der Haltepunkt Landsberg/Lech Schule durchfahren. Die Fahrt wird verlangsamt, denn nach dem Passieren alter Industieanlagen wie der Bayerischen Pflugfabrik ist bereits der Landsberger „Hauptbahnhof“ erreicht. Nun kann auch die linkerhand stehende Regionalbahn nach Augsburg abfahren.

Nach einigen Minuten Aufenthalt beginnt sich die alte Schranke an der Katharinenstraße zu schließen, was mit dem Läuten des Läutwerks untermalt wird. Die Fahrt wird fortgesetzt und mit verminderter Geschwindigkeit taucht der Zug in einen kurzen, mit Bäumen zugewachsenen Abschnitt ein. Nun verläuft die Strecke durch den Südteil der Stadt, wo vor allem größere Wohnhäuser stehen, deren Bewohner sich durch die Achtungspfiffe der Züge an unbeschrankten Bahnübergängen ärgern, hauptsächlich beim Frühgüterzug…

Nach Verlassen des Stadtgebietes wird wiederum die B17 mittels beschranktem Bahnübergang passiert, doch dann wird die Geschwindigkeit auf einmal verlangsamt, nämlich auf zähe 20 km/h. Dies wird die nächsten zehn Minuten noch andauern, denn – gesäumt von Birken – führt die Strecke unmittelbar neben der B17 entlang. Und weil es dem Eisenbahn-Bundesamt sinnvoll erscheint, dass im Gegensatz zu den Autos 1000-Tonnen-Güterzüge achten und ggf. bremsen müssen an Bahnübergängen, wurde dieses Tempolimit verhängt.

Nach einigen Kilometern beschleunigt der Zug endlich wieder leicht, und biegt rechts ab in einen Kiefern-Wald. Zwei Minuten später nach der Durchfahrt durch den beschaulichen Wald ist der Bahnhof Unterdiessen fast erreicht. Weil hier – wie auch in Denklingen und Asch-Leeder – kein Bahnsteig mehr vorhanden ist, steigt zuerst das Zugpersonal aus, und sichert den Ausstieg durch Holztreppchen.

Die Fahrt wird fortgesetzt, jetzt nicht mehr durch Wald, sondern fast nur noch über Wiesen und Felder. Nach etwa vier Minuten wird das Firmengelände der Firma Pröbstl durchfahren, und im Anschluss daran ist der Bahnhof Asch-Leeder erreicht. Einige Fahrgäste steigen hier aus zu einem Mittagessen in der Bahnhofsgaststätte Blätz.

Kurze Zeit nach der Weiterfahrt ist schon auf der rechten Seite die Kirche von Denklingen zu sehen, die auf einem Berg über dem Dorf eine exponierte Lage innehält. Die Fahrt führt wenige Minuten später durch das Neubaugebiet von Denklingen, wo einige Anwohner erstaunte Blicke spenden wieder einen Personenzug auf der Fuchstalbahn zu sehen.

Hinter Denklingen ist rechts ein Abhang zu sehen, von dem an schönen Tagen oft Gleitschirm- und Drachenflieger starten. Früher war das ein Schlittenberg, sogar mit Lift, den die Landsberger im Winter mit der Fuchstalbahn erreichten. Die Strecke führt nun wieder näher zur linker Hand liegenden B17 hin, die fünf Minuten später am ehemaligen Bahnhof Kinsau erreicht ist. Hier allerdings hält das Ruethenfestshuttle nicht. Nach etwa zwei Kilometern wird der Durchbruch durch die Endmoräne durchfahren, wo sich dem Fahrgast vor allem bei Fön ein herrlicher Ausblick über das Schongauer Hinterland bis zu den Alpen darbietet. Die B17 macht einen Schwenk nach links, während die Eisenbahnstrecke nun den kurvigsten und am steilsten abfallenden Streckenabschnitt befährt. Hier gibt es auch viele Feldweg-Bahnübergänge, an denen hohe Vorsicht geboten ist.

Wenige Minuten später rollt der Zug in den Bahnhof Hohenfurch hinab. Nach dem Anfahren gibt es nochmals einen kurzen Stopp, weil ein kurz hinter dem Bahnhof Hohenfurch gelegener gesicherter Bahnübergang durch den Halt des Zuges nicht automatisch eingeschaltet wurde, was nun manuell nachgeholt werden muss. Es folgt wieder ein kurviger Streckenabschnitt durch Felder. Nach Überquerung der B17 ist rechts auch schon der Bahndamm der alten Strecke von Kaufbeuren auszumachen, die von hier an bis Schongau einen zweigleisigen Abschnitt mit der Fuchstalbahn bildete. In einem Gefälle entlang eines Abhanges, rechts ist schon die Stadt Schongau zu sehen, führt die Strecke nun weiter bis zum Schongauer Bahnhof.

Die Streckenbeschreibung ist an dieser Stelle zu Ende, doch der Zug wird an diesem und dem nächsten Tag die Strecke noch dreizehn Mal befahren.