Schongau

Auf den Weg zum Bahnhof Schongau (von Weilheim kommend) wird die Straße Peiting-Schongau am Loamer Stich überquert und anschließend führt die Strecke an der Papierfabrikt UPM (zuvor Firma Haindl) vorbei, wo sie dann den Lech überquert und nach einem kurzen Anstieg und zwei weiteren Bahnübergängen den Bahnhof erreicht. Der Bahnhof Schongau ist im Grunde genommen ein großer Bahnhof an der Kilometermarkierung 33.5 mit vier ebenerdigen Bahnsteigen, wo praktisch drei Bahnlinien zusammentrafen. Zum einen wäre dies die Strecke von Weilheim nach Schongau, zum anderen von Kaufbeuren nach Schongau und die dritte war die von Landsberg kommend nach Schongau.

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Bhf Schongau mit Triebwagen der Baureihe 628.0

Das ausschlagende Potential für den Bahnbau rund um Schongau war die Papierfabrik Haindl, und für den Ausbau der Strecke Schongau – Peißenberg – Weilheim das Bergwerk in Peißenberg. Der private Gleisanschluß zur Fa. Haindl bestand bereits ein Jahr früher als die Fertigstellung des Brückenbauwerks in Schongau im Jahre 1912. Als diese Brücke fertiggestellt war, hatte die Fa. Haindl endlich den lange gewünschten Anschluß Richtung Landsberg.
Diese Brücke kam nun auch in die Jahre, so dass selbige im Jahr 2001 komplett erneuert wurde, was eine längere Streckensperrung zwischen Peiting und Schongau zur Folge hatte (Auch die Augsburger Localbahn war betroffen, die Güterzüge der Fa. Haindl wurden umgeleitet über Weilheim und Geltendorf).

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218 473 auf der neuen Schongauer Lechbrücke.
Foto: Stefan Wölk

Die Ausfahrt aus dem Bahnhof Schongau Richtung Landsberg und Kaufbeuren war eine zweigleisige Strecke, die sich ca. nach einem Kilometer bei dem heutigem Krankenhaus trennte. Heute existiert nur noch das Gleis von der Fuchstalbahn nach Landsberg, nachdem das letzte dem Güterverkehr zur Bundeswehr nach Altenstadt dienende Stück entfernt wurde.

Im Bahnhof Schongau wurde 1993 nach fast einjähriger Umbauzeit ein Reisezentrum anstelle der alten Fahrkartenschalter eröffnet. Dieses Reisezentrum wurde im Jahre 1998 wieder umgebaut und wurde am 27.11.1998 mit zwei offenen Theken eröffnet. Es erhielt im Januar 1999 bereits zum 2. mal nach 1997 einen Preis, wozu Freundlichkeit und Service führten.

Im Jahr 2014 wurde das Bahnhofsgebäude an die private „Bürgerbahnhof Oberland GmbH“ verkauft. Die Sanierung und ein neues Konzept werden erarbeitet.

Im Juni 2015 wurde das stillgelegte und nicht mehr benutzte Gleisbett des Gleis 1 mit Kies und Erde verfüllt, auch wurden einige Säuberungsmaßnahmen am Bahnhof durchgeführt.

Hoher Besuch kam am 8. Februar und 1. Juni 2015 zum Bahnhof Schongau: Verkehrsminister Dobrindt überzeugte sich selbst vom Zustand des Bahnhofes und fuhr mit der Pfaffenwinkelbahn nach Weilheim weiter.

Obwohl der Bahnhof Schongau nicht so viel Personenverkehr aufweist, um so mehr kann man viele Güterwaggons auf dem Bahnhofsgelände sehen, die zu der Papierfabrik gehören und zwei bis dreimal täglich fährt die Augsburger Localbahn mit ihren Güterzügen zur Fabrik und anschließend über die Fuchstalbahn wieder nach Augsburg.

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Schongau im Januar 2002

Vom Bahnhof aus kann man mit dem attraktiven Stadtbus alle wichtigen Punkte in Schongau erreichen. Mit Rabatten will man vor allem den Mehrfachbenutzern und Familien entgegenkommen. Die Stadtbusse fahren seit September 1999 im Halbstundentakt, den Bahnhof und den V-Markt bedient er jede Stunde.

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Stellwerk Nord

Bahnbetriebswerk Schongau

Im nördlichen Bahnhofsbereich befand sich noch bis in die 80er Jahre ein Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe, sowie eine Tankstelle für die dieselbetriebenen Fahrzeuge der Baureihe 212, 218 und VT98. Eine Ladestation für die Akkumulatorentriebwagen der Baureihe BR 515 durfte auch nicht fehlen.
Der Ringlokschuppen wurde 1921 mit zwölf Ständen fertiggestellt. Ende der 30er Jahre wurde der Lokschuppen erweitert, um auch größere Fahrzeuge als die der Baureihe 98 einzustellen. Neben dem Lokschuppen befand sich ein Gebäude mit Büro- und Übernachtungsräumen. Mit der Einstellung des Personenverkehrs nach Landsberg im Jahre 1984 wurde diese Anlage überflüssig. Das selbständige BW Schongau zählte in seinen besten Jahren an die 120 Mitarbeiter und 17 Lokomotiven, bis in den 50er Jahren ein starker Rückgang von Schongauer Leistungen verzeichnet wurde. Am 31.12.1966 wurde das BW Schongau aufgelöst und als Außenstelle der BW Augsburg angegliedert.
Von dem Bahnbetriebswerk ist heute nichts mehr übrig. Das Gebäude und die dazugehörigen Lokschuppen wurden dem Erdboden gleichgemacht, damit an dieser Stelle Gebäude und Parkplätze für Supermärkte entstehen konnten.

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Schongau um 1900

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628.0, 212 und 215 im Sommer 1997 in Schongau
Foto: Stefan Geisenfelder

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Dieser Schneepflug stand lange Zeit in Schongau abgestellt.

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